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Steigende Preise jedoch machen es ihnen unmöglich, einen Notgroschen für diese Zeiten zurückzulegen. Nach der Fischsaison sind sie auf die Gunst von Geldverleihern angewiesen, die zu Wucherzinsen den Menschen untilgbare Schulden aufbürden und sie in die Abhängigkeit treiben.
Die willkürliche Preispolitik der Fischmafia zielt gnadenlos darauf ab, die Fischer für ihren Fang mit Minimalpreisen abzuspeisen und großen Gewinn beim Weiterverkauf zu erzielen. Entlang der Küste Keralas ist das Elend zum Greifen nahe: In kleinen Palmenhütten leben ganze Großfamilien dichtgedrängt beieinander. Ein Fischer lebt seit Generationen landlos, mittellos und hilflos in einem ungerechten sozialen System und gibt diese Haltung auch an seine nachfolgende Generation weiter: sich mit der Macht der Mittelsmänner abzufinden und sich nicht dagegen aufzulehnen. Globalisierung und Nachwirkungen des Tsunami (bislang unbekannte Krebspopulationen ruinieren mit ihren scharfen Zangen die Netze) haben das Schicksal der Fischer noch verschlimmert.
SAMHATHI fördert seit 1996 eine Fischerbewegung (FDF = Fishermen Development Forum), die neue Maßstäbe für die Küstenregion gesetzt hat und mittlerweile über 80% der Fischer in ihren Reihen vereinigt. FDF vertritt die Fischer bei all ihren Anliegen, stellt bei örtlichen Wahlen eigene Kandidaten auf, übernimmt die Kontrolle an den Bootslandestellen, kümmert sich um die Vermarktung der Fische und gewährt Kleinkredite zu niedrigen Zinsen. FDF bietet den Fischern die Chance, ihr eigenes sozioökonomisches System aufzubauen und ist ihr Sprachrohr gegenüber Wirtschaft, Banken und Politik. Diese Entwicklung wurde seit Gründung der Fischerbewegung nicht nur von SAMHATHI mitgetragen, sondern auch von Andheri Hilfe e.V. und Misereror. |